
Im Bild von links nach rechts: Eva Ponce de Leon, IFSW-Präsidentin; Sergei Zelenev, ICSW-Präsident; Antoinette Lombard, IASSW-Präsidentin; Alfred Mutua, Kabinettssekretär im Ministerium für Arbeit und Sozialschutz, Kenia; David Androff, Vorsitzender des Konferenz-Lenkungsausschusses; Joseph Motari, Staatssekretär im Staatsdepartement für Sozialschutz und Seniorenangelegenheiten, Kenia; Joachim Mumba, scheidender IFSW-Präsident; Charles Mbugua, Vorsitzender des lokalen Organisationskomitees. (Übersetzung erstellt mit Deepl.)
Die Nairobi – Deklaration: Ein globaler Aufruf zu Solidarität und nachhaltiger Sozialer Arbeit
Die Joint World Conference on Social Work, Education and Social Development in Nairobi hat mit der Erneuerung des globalen Bekenntnisses für eine nachhaltige, gemeinsame Zukunft geendet. Vom 25. bis 29. Juni 2026 trafen sich über 1.000 Sozialarbeiter*innen, Bildungsfachkräfte, Forscher*innen, Politiker*innen und Gemeinschaftsvertreter*innen aus aller Welt, um unter dem Motto „Harambee for Sustainable Shared Futures“ (gemeinsam für eine nachhaltige Zukunft) Lösungen für die drängendsten globalen Herausforderungen zu erarbeiten.
Die Dringlichkeit globaler Solidarität
Die Konferenzteilnehmenden waren sich einig: Kriege, Klimawandel, Vertreibung, wachsende Ungleichheit und wirtschaftliche Unsicherheit bedrohen das Wohlbefinden und die Würde von Millionen Menschen. Verstecktes Leid – dazu zählen psychische Belastungen, soziale Ausgrenzung oder fehlender Zugang zu Grundversorgung – erfordert dringend Investitionen in universelle soziale Sicherungssysteme, starke öffentliche Dienstleistungen und die Förderung der Resilienz von Gemeinschaften.
Soziale Arbeit kommt dabei eine zentrale Rolle zu:
- Sie fördert Partizipation und Menschenrechte.
- Sie stärkt lokal verankerte, global vernetzte Lösungen.
- Sie baut Brücken zwischen Wissenschaft, Praxis und Gemeinschaften.
Die Nairobi-Vereinbarung: Forderungen an Politik und Gesellschaft
Die Teilnehmer*innen der Konferenz forderten Regierungen, internationale Organisationen und Entwicklungspartner auf, folgende Schritte zu setzen:
- Investitionen in soziale Sicherungssysteme, die Würde und Lebensqualität in allen Lebensphasen schützen.
- Stärkung der Sozialen Arbeit durch hochwertige Ausbildung, faire Arbeitsbedingungen und gesellschaftliche Anerkennung.
- Beteiligung von Gemeinschaften an politischen Entscheidungsprozessen.
- Inklusive Politiken und verantwortungsvolle Governance, die Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stellen.
- Förderung von Forschung und Innovation, um evidenzbasierte Politik und Praxis für nachhaltige Entwicklung zu stärken.
„Harambee“ – Gemeinsam für Veränderung
Das swahili-Wort „Harambee“ („Gemeinsam an einem Strang ziehen“) prägte die Konferenz (wie auch schon den World Social Work Day 2026) und unterstrich: Nachhaltige Entwicklung gelingt nur durch echte Partnerschaften. Gemeinschaften sind keine Empfänger*innen von Hilfe, sondern aktive Gestalter*innen von Wandel.
Die Globale Agenda für Soziale Arbeit und soziale Entwicklung bietet dabei den Rahmen, um:
- Menschenrechte und soziale Gerechtigkeit voranzutreiben,
- Umweltgerechtigkeit und inklusive soziale Sicherung zu fördern,
- lokal verankerte, global vernetzte Lösungen zu entwickeln.
Was bedeutet das für Österreich?
Als Österreichischer Berufsverband für Soziale Arbeit sehen wir uns in der Verantwortung, die globalen Impulse in die österreichische Praxis zu tragen. Die Konferenz hat bekräftigt:
- Soziale Arbeit ist systemrelevant – für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und die Bewältigung von Krisen.
- Partizipation und Empowerment müssen im Mittelpunkt stehen.
- Investitionen in Soziale Arbeit sind Investitionen in die Zukunft und notwendige Voraussetzung für eine sozial gerechte Gesellschaft.
Die Nairobi-Vereinbarung kann dazu beitragen, uns dieser gemeinsamen Verantwortung bewusst zu bleiben und die Inhalte als Inspiration für die eigene Arbeit zu nutzen.
Einen ausführlichen englischen Artikel gibt es auf der IFSW Homepage zum Nachlesen.